Was ist konservativ

Gemeingeist und Bürgersinn: Was ist konservativ?

In „Kalt erwischt (Frankfurter Allgemeinen Zeitung) wirft Herr Wulf Schmiese die Frage auf, was konservativ sei. Aber schon der Ansatz, dies an konkreten Themen wie Krippen, Kernkraft oder etwa Genmais festzumachen, ist falsch. Das Problem unserer Zeit und insbesondere der CDU ist die Tatsache, dass materielle Werte ideelle Werte verdrängt haben. Die klassischen Forderungen einer Demokratie aus der Französischen Revolution, Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, sind ihres ideellen Wertes beraubt und mit matereellen Inhalten gefüllt worden. Freiheit pervertierte zur Freiheit des Eigennutzes, dem Egoismus, Gleichheit zur materiellen Egalisierung, Brüderlichkeit zur entmündigenden Väterlichkeit des Wohlfahrtsstaates bis hin zur „Lufthoheit über die Kinderbetten“, wie es ein Politiker ehrlicherweise einmal sagte. Diese Entwicklung gipfelt dann in uneinlösbare materielle Versprechungen an die jeweilige Klientel.

Konservatismus ist das Gegenteil dessen. Materielle Werte müssen durch ideelle Werte als Richtschnur des Handelns ersetzt werden. Früher ersetzten religiöse Werte diese Leitlinien, heute müssen sie von Persönlichkeiten, im Idealfall von Parteien gesetzt werden. Die Beliebigkeitspolitik der Parteien muss ersetzt werden durch einen „Codex“ vorgegebener Überzeugungen, Bewusstsein für Formen und Institutionen, Vernunft und Weitsicht. Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit, Standfestigkeit schaffen Vertrauen, das ist konservativ. Darauf muss eine ideelle Aktivierung der Bürger aufbauen. Doch eine solche Gesellschaft kann nicht rational begründet sein, sie muss emotional getragen werden. Ein fester Grund muss mehr sein als unsichere materielle Wachstumskurven. Der Mensch ist zu Leistungen und auch Einschränkungen fähig und bereit, wenn er aus emotionaler Überzeugung handelt. Die Reformen und damit praktische Politik müssen also getragen werden von einer emotionalen Zustimmung im Interesse eines großen gemeinsamen Ziels, eines gemeinsamen Ganzen. Es muss aus einem in Lethargie verfallenden Wohlfallstaat eine Bürgergesellschaft entstehen, in der die Bürger wieder auf ihre Kräfte vertrauen.

Die Geschichte zeigt uns ein wunderbares Beispiel. Die Stein/Hardenbergschen Reformen, die Preußen zum modernsten Staat Europas machten, hatte von Stein unter dem Motto gestellt: „Belebung des Gemeingeistes und des Bürgersinns, Benutzung der schlafenden und falsch geleiteten Kräfte und zerstreut liegenden Kenntnisse, die Wiederbelebung der Gefühle für Vaterland, Selbständigkeit und Nationalehre“. Wer es neuzeitlicher möchte, sei auf Kennedy verwiesen: „Fragt nicht, was dein Land für dich tun kann, sondern was du für dein Land tun kannst“. Dem ist nichts hinzuzufügen.

Professor Dr. Jürgen Bussiek, Bünde

Wir Konservativen sind der Auffassung: Die Ausführungen von Herrn Professor Dr. Jürgen Bussiek in der FAZ zur Frage; „Was ist Konservativ?“, können von unserer Partei vollinhaltlich unterstützt werden. Ziel unserer konservativen Partei ist es, als Basis unserer Politik ein Wertefundament zu Grunde zu legen, was konservative, traditionelle deutsche Werte beinhaltet. Das heißt: Patriotisch, Liberal, Sozial und Rechtsstaatlich. Unsere Politik wird auf die Stabilität und Erhaltung gesicherter Verhältnisse, sowie auf die Bedürfnisse der Bevölkerung ausgerichtet sein.

Wir wollen nicht die Asche bewahren, sondern das Feuer weiter geben!

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